Keyword: Frühlingslese 2026

  • Daniel Schreiber

    Daniel Schreiber

    Erfurter Frühlingslese

    Liebe! Ein Aufruf

    Ein persönlicher/Aufruf des Bestsellerautors Daniel Schreiber zum aktiven Widerstand gegen eine Kultur des Hasses

    Ohnmacht ist zum politischen Grundgefühl unserer Zeit geworden. Eine Rhetorik des Hasses und der Menschenverachtung hat den politischen Diskurs gekapert. Unser Zusammenleben ist wieder von mehr Gewalt geprägt. Kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen vom Glauben an politisches Handeln verabschieden und ins Private zurückziehen. Dabei wissen wir genau, dass es gerade jetzt auf aktiven Widerstand ankommt, auf gemeinschaftliches Handeln. Doch wie kann es gelingen, zu einer politischen Haltung zu finden, die dem sich ausbreitenden Klima des Hasses etwas entgegenzusetzen vermag? In seinem neuen Buch zeigt Daniel Schreiber einen radikalen Weg auf: Die Rückbesinnung auf eine Idee der Liebe als politische Kraft. Anhand politischer, philosophischer und sozialhistorischer Beispiele zeigt er, dass diese Vorstellung die größten politischen Revolutionen angestoßen hat. Ein Buch über Widerstand und Trost – und das Wiederfinden einer eigenen politischen Stimme.

    Daniel Schreiber, geboren 1977, ist Schriftsteller. Mit seinen Texten hat er eine neue Form des literarischen Essays geprägt. Seine Bücher – “Nüchtern“ (2014), “Zuhause“ (2017), “Allein“ (2021) und “Die Zeit der Verluste“ (2023) – wurden vom Feuilleton begeistert aufgenommen und standen teils monatelang auf der SPIEGEL-Bestseller und Sachbuch-Bestenliste. Er lebt in Berlin.

    Moderation: Maria-Christina Piwowarski

    Foto: Paulina Hildesheim

    Zentralheize,Erfurt
    Frühlingslese 2026
  • Irina Scherbakowa

    Irina Scherbakowa

    Erfurter Frühlingslese

    Der Schlüssel würde noch passen. Moskauer Erinnerungen

    Irina Scherbakowa/erzählt in ihrem neuen Buch von den kurzen Jahren der/Perestroika. Sie berichtet vom Alltag und vom politischen Aufbruch in Moskau und auf dem Land zu Beginn 1990er-Jahre. Sie beschreibt die ungewohnte Freiheit und wie die Menschen mehr schlecht als recht damit umzugehen lernten. Scherbakowas Thema ist auch ihre bis heute/andauernde aktive politische Tätigkeit/und das scheinbar unaufhaltsame Abgleiten Russlands in die Diktatur. Ihre beeindruckenden/Moskauer Erinnerungen/sind dicht verwoben mit der/Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert/und ihrem lebenslangen Kampf/gegen Staatsterror und für die Erinnerung.
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    Irina Scherbakowa, geboren 1949 in Moskau, ist eine Historikerin und Publizistin. Sie arbeitete als Redakteurin und Übersetzerin deutscher Literatur. Seit Anfang der 1980er Jahre führte sie Gespräche mit GULAG-Überlebenden und leitete ab Gründung von Memorial (1989) die Bildungsarbeit der russischen Menschenrechtsorganisation, vor allem den Geschichtswettbewerb. Forschungsaufenthalte führten sie nach Berlin, Wien, Salzburg und Jena. 2021 liquidierte das Putin-Regime die NGO, 2022 erhielt Memorial gemeinsam mit einer ukrainischen und einer belarussischen Organisation den Friedensnobelpreis. Im selben Jahr verließ Scherbakowa ihr Heimatland und lebt heute in Berlin und Tel Aviv. Sie ist Vorstandvorsitzende der in Berlin gegründeten Exilorganisation Zukunft Memorial, gehört dem Kuratorium der Gedenkstätte Buchenwald an und ist Ehrenmitglied des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung Berlin

    In Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung / Landesbüro Thüringen

    Foto: Doro Zinn

    Haus Dacheröden,Erfurt
    Frühlingslese 2026
  • Valeria Anselm

    Valeria Anselm

    Erfurter Frühlingslese

    Das ist (nicht) mein Zuhause – Leaving Care

    Wie fühlt es sich an, wenn man als Kind nicht bei der eigenen Familie aufwächst? Wenn das Wort “Zuhause“ mehr Fragen als Antworten aufwirft?
    Valeria Anselm ist eine junge Autorin mit einer bemerkenswert klaren Stimme und einem tiefen Anliegen: Sie schreibt über das Aufwachsen außerhalb der eigenen Familie – über das Leben in Wohngruppen, über das Jugendhilfesystem, über das, was oft übersehen wird. Mit gerade einmal 18 Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Buch “Das ist (nicht) mein Zuhause“, das ursprünglich für die anderen Kinder in ihrer Wohngruppe gedacht war und inzwischen im Walhalla Verlag erschienen ist.
    In ihren Texten verbindet Valeria persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlicher Kritik und gibt jenen eine Stimme, die oft nicht gehört werden. Sie spricht offen über Einsamkeit, über das Gefühl des Verlorenseins, aber auch über Hoffnung, Freundschaft und die Kraft, sich selbst zu behaupten. Ihre Worte sind eindringlich, authentisch und berührend – sie treffen mitten ins Herz.

    Valeria Anselm ist nicht nur eine Autorin, sondern auch eine Botschafterin für mehr Menschlichkeit, Verständnis und Veränderung. Ihre Lesungen sind bewegend, ihre Gespräche inspirierend – und ihre Geschichte ein Aufruf, genauer hinzusehen.

    Jede:r ist zu dieser Lesung willkommen!

    Gefördert wird die Veranstaltung vom Careleaver-Zentrum Thüringen (CLZT). Das CLZT unterstützt Thüringer Careleaver*innen, die Hilfe, Beratung oder Begleitung brauchen und sich gern engagieren, vernetzen und mit anderen Careleaver*innen austauschen wollen. Es richtet sich aber auch an Menschen und Institutionen, die mit Careleaver*innen in Kontakt stehen und die sich gemeinsam Gedanken machen wollen, wie Angebote und Übergänge besser gestaltet werden und junge Volljährige/ Careleaver*innen in Thüringen zukünftig noch mehr Unterstützung finden können.

    Das Careleaver-Zentrum Thüringen ist ein Projekt des Jugendberufshilfe Thüringen e.V.; gefördert durch die Drosos Stiftung und den Freistaat Thüringen.

    Foto: privat

    Haus Dacheröden,Erfurt
    Frühlingslese 2026
  • Nelio Biedermann

    Nelio Biedermann

    Erfurter Frühlingslese

    Lázár

    Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als ob er dessen Geheimnis ahnte. Mit Lajos‘ Geburt im Waldschloss bricht auch das 20. Jahrhundert an, das das alte Leben der Barone Lázár im südlichen Ungarn für immer verändern wird. Der Untergang des Habsburgerreichs berührt erst nur ihre Traditionen, aber alle spüren das Beben der Zeit, die schöne Mária ebenso wie der geisterhafte Onkel Imre. Als Lajos in den zwanziger Jahren sein Erbe antritt, scheint der alte Glanz noch einmal aufzublühen. Doch die Kinder Eva und Pista – der das Dunkle so liebt – müssen erleben, wie totalitäre Zeiten ihre wuchtigen Schatten werfen – und lernen, gegen sie zu bestehen.
    Ein Roman wie eine Welt, die überwältigende Saga einer Familie, getrieben von der Liebe und der Sehnsucht nach ihr, in den Strudeln des 20. Jahrhunderts. Fesselnd und berührend, zugleich voller Leichtigkeit, voller Träume und Geheimnisse, in denen sich die ganze Tragik und Schönheit der Existenz spiegelt. Und – ob angesichts historischer Katastrophen oder schöner Sommertage – die ewige Frage, wie man leben soll.
    “Der neue Zauberer … ein großartiges Werk.“ Die Zeit | Lieblingsbuch der Unabhängigen 2025

    Nelio Biedermann, geboren 2003, ist am Zürichsee aufgewachsen. Seine Familie stammt väterlicherseits aus ungarischem Adel, seine Großeltern flohen in den 1950er Jahren in die Schweiz. Biedermann studiert Germanistik und Filmwissenschaft an der Universität Zürich. Sein Roman «Lázár» wird in mehr als zwanzig Ländern erscheinen.

    Foto: Ruben Hollinger

    Kalif Storch,Erfurt
    Frühlingslese 2026
  • Matthias Quent

    Matthias Quent

    Erfurter Frühlingslese

    Keine Macht der Ohnmacht. Wie wir Krisen bewältigen und uns gegen Faschismus wehren

    Deutschland im Krisenmodus: hohe Preise, Kriege, Klimawandel, politische Radikalisierung. Millionen reagieren mit Wut oder ziehen sich zurück. Ohnmacht ist ein Massenphänomen – viele haben den Eindruck, nichts tun zu können. Dieses Buch analysiert die Reaktionen in der Gesellschaft: Wer kämpft, wer flieht, wer erstarrt – und warum das über die Zukunft unserer Demokratie entscheidet. Auf Basis neuer Daten und eindringlicher Fallgeschichten erklärt es Mechanismen und zeigt, wie wir wieder aktiv werden und ins Handeln kommen.

    Matthias Quent ist Professor für Soziologie an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Er gründete und leitete bis 2022 das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) in Jena. Quent forscht und lehrt unter anderem zu Rechtsradikalismus, Folgen der Digitalisierung, zu Demokratieförderung und zu gesellschaftspolitischen Fragen der ökologischen Transformation. Als medial gefragter Experte, Redner und Sachverständiger berät und unterstützt er Aktivitäten zur Stärkung demokratischer Kultur in unterschiedlichen Kontexten. Sein Sachbuch “Deutschland rechts außen“ (Piper, 2019) stand auf der Spiegel-Bestsellerliste und wurde mit dem Preis “Das politische Buch 2020“ der Friedrich-Ebert-Stiftung ausgezeichnet. Quent studierte Soziologie, Politikwissenschaft und Neuere Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der University of Leicester (UK).

    Foto: Matthias Quent

    Haus Dacheröden,Erfurt
    Frühlingslese 2026
  • Jasmin Schreiber

    Jasmin Schreiber

    Erfurter Frühlingslese

    Da, wo ich dich sehen kann

    Die neunjährige Maja wächst in einer zerrütteten Familie auf – ein tyrannischer Vater, eine liebevolle, aber unterdrückte Mutter, dazwischen viel Schweigen und Dinge, die ihr keiner erklärt. Als Frank, Majas Vater, ihre Mutter tötet, reißt er ein Loch in die Welt – für Maja, aber auch für alle anderen, die zurückbleiben.
    Von einem Moment auf den anderen ist nichts mehr, wie es war: Zwischen Trauer, Sorgerechtsstreit und Bürokratie wird Maja zum Spielball und verliert inmitten von Anträgen und Zuständigkeiten ihre Familie, ihr Zuhause, das Gefühl von Sicherheit und die Gewissheit, zu wem sie gehört.
    Ihre Patentante Liv wird Majas einziger Lichtblick: Liv arbeitet als Astrophysikerin und begeistert Maja für die Wunder des Universums. Gleichzeitig ringt sie mit eigenen Unsicherheiten, alten Ängsten und der Überforderung, plötzlich Verantwortung übernehmen zu müssen. Und doch wachsen Liv und Maja zusammen: beim Blick durchs Teleskop und beim Versuch, im endlosen Weltraum Antworten zu finden, die ihnen niemand sonst geben kann.
    Ein Roman über das Echo von Gewalt, über strukturelles Versagen – und darüber, wie eine Gemeinschaft ins Wanken gerät, wenn ein Femizid alles erschüttert. Erzählt aus mehreren Perspektiven entfaltet sich das Panorama einer Familie im Ausnahmezustand und einer Gesellschaft, die dem strukturellen Kern der Gewalt noch immer ausweicht.
    Foto: Jasmin Schreiber

    Kalif Storch,Erfurt
    Frühlingslese 2026