KulturArena Jena 2026
Sie ist ein überaus schönes Unikum unter den Blechblasinstrumenten: Als einzige unter ihnen kann sie durch den Zug gleitende Töne ohne Unterbrechung erzeugen – Glissando nennt man das. Ob Sinfonieorchester, Big Band, Ska, Salsa oder Jazzkonzert: Sie macht zu vielseitigen Anlässen eine erstaunlich gute Figur. Die Posaune, die man übrigens fast überall auf der Welt Trombone nennt, ist ein echtes Und wer sie spielen will, braucht genau diese: Power.
Aus verlässlicher Quelle wissen wir, dass es da einen französischen Musiker gibt, der diesen Sport aus Koordination, Armkraft und Atemkontrolle nicht nur souverän beherrscht, sondern ihn auch künstlerisch in etwas ziemlich Spektakuläres verwandelt.
Ausgezeichnet als bester Jazzmusiker des Jahres 2025 mit dem renommierten Prix Django Reinhardt sorgt Robinson Khoury aktuell international ganz schön für Aufsehen. Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass der junge Posaunist und Komponist zu den aufregendsten Stimmen der französischen Jazzszene zählt und dort mit seinem grenzenlos kraftvollen Sound umherwirbelt.
Früh als Ausnahmetalent aufgefallen, ist Stillstand für ihn keine Option: Er prägt den Klang der Formation SARAB entscheidend mit, wird für sein Album Broken Lines von der Académie Charles Cros gewürdigt und überzeugt als Solist mit beeindruckender Bühnenpräsenz – etwa beim Metropole Orkest oder im Quincy Jones Orchestra. Dazu kommen Kollaborationen mit Größen wie Lew Soloff oder Mark Turner. Kurz gesagt: Der Mann spielt längst in der obersten Liga auf internationalem Topniveau.
Aktuell schlägt er ein neues Kapitel auf – mit seinem Projekt MYA. Statt klassischer Konzertdramaturgie erlebt man eher eine klangliche Expedition – eine Spurensuche nach den elementaren Kräften, aus denen Leben und Musik entstehen. Erdige, pulsierende Rhythmen verweben sich mit schillernden elektroakustischen Texturen, die Khoury in Echtzeit mit seinem modularen Synthesizer formt und ständig neu entstehen lässt.
Zwischen Jazztradition und den fein nuancierten Skalen des Nahen Ostens entfaltet sich ein Sound, der zugleich archaisch und futuristisch wirkt. Darüber schwebt die Stimme der Band – ganz ohne Worte, aber voller Ausdruck!
Foto: Elisa Ramirez

