KulturArena Jena 2026
Es ist schon ein Weilchen her, dass wir Nouvelle Vague in Jena begrüßen durften: Bereits 2006 begeisterte uns die französische Band erstmals – kurz nach ihren ersten Erfolgen und mit damals zwei veröffentlichten Alben im Gepäck. Die beiden Drahtzieher und Produzenten Marc Collin und Olivier Libaux verwandelten schon damals unsterbliche Hits der 70er- und 80er-Jahre in melancholisch-süße Stücke. Mit viel Fingerspitzengefühl säten sie dabei nicht selten den Zweifel, ob es sich nicht vielleicht doch um Originale handeln könnte. Alles nur geklaut? Nee. Großartig umgebaut!
Dieser Ansatz funktionierte nicht zuletzt dank herausragender Sängerinnen, die für das Projekt gewonnen wurden. Idealerweise kannten sie die Originale zuvor gar nicht und konnten den Songs so ihre ganz eigene Würze und Stimme verleihen. Auf diese Weise wurden aus bekannten New-Wave-Hits frische Bossa-Nova-Werke, die zum Teil noch heute für sich stehen.
In der Zwischenzeit ist freilich viel passiert. Auf den folgenden Alben wurden nicht nur die Schöpfer mancher Originalwerke höchstpersönlich ans Aufnahmemikrofon gebeten oder weniger bekannte französische Songs neu interpretiert – Nouvelle Vague überzeugte auch mit eigenen Kompositionen.
Zuletzt durften wir die zwischenzeitlich wechselnde Formation 2019 in Jena erleben. Neben All-Time-Klassikern wie “In A Manner Of Speaking“ oder “Too Drunk To Fuck“ wurden gleich mehrere neue Werke der Band zelebriert. Und heute? Es sind schon wieder einige Kapitel in der Bandgeschichte hinzugekommen: Gründer Olivier Libaux ist leider verstorben, ein Bandjubiläum wurde gefeiert, man besann sich auf die akustischen Wurzeln – und die Zahl der Alben ist weiter gewachsen. Zehn an der Zahl sind es mittlerweile, zuletzt erschien Should I Stay or Should I Go.
New Wave = Wave Bossa Nova = Nouvelle Vague. Wenn es jemand schafft, den Begriff “Coverband“ zu dekonstruieren und ihm ein Glitzern zu verleihen, dann ist es Novelle Vague: wirkungsvolle Arrangements, wohlklingender Gesang und tolle Bühnenshows.
Foto: Linda Bujoli

