34. Jüdisch-Israelische Kulturtage Thüringen
Ein musikalischer Brückenschlag
Im Zentrum dieses zweisprachig-musikalischen Abends steht ein Bild des in Würzburg geborenen, deutsch-israelischen Dichters Jehuda Amichai (1924-2000): “Die Faust war einmal eine geöffnete Hand mit fünf Fingern.“ In einer Zeit großer Spannungen, im Nahen Osten und weltweit, entsteht die Frage, wie sich Verschlossenes öffnen lässt – wie aus Härte Berührung und aus Schweigen Gespräch werden kann.
Emanuella Amichai liest die Gedichte ihres Vaters im hebräischen Original, sodass ihre ursprüngliche Klanggestalt neben den deutschen Nachdichtungen hörbar wird. Die Musik lässt dazu jüdische Traditionen im Augenblick neu entstehen.
Jehuda Amichai ist einer der bedeutendsten hebräischen Dichter des 20. Jahrhunderts. Tief geprägt von seinem Lebensweg zwischen Krieg und Liebe, Zweifel und Hoffnung, Verlust und der Sehnsucht nach Frieden, zeugen seine Verse von existenzieller Klarheit und großer Menschlichkeit:
„“Der Ort, an dem wir recht haben,
wird niemals Blumen tragen.
Im Frühling wächst dort kein Gras.
Der Ort, an dem wir recht haben, ist hart wie Stein.
Doch Zweifel und Liebe machen die Welt weich –
wie eine Maulwurfspfote, wie ein Pflug.
Und ein Flüstern wird hörbar sein,
wo einst ein Haus gestanden hat.“
Dauer der Veranstaltung: 70 Minuten
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