Georgjahr 2026
Es gibt Werke, die in der Musikgeschichte als bedeutend gelten, im Konzertsaal jedoch selten zu hören sind. Eines dieser Schätze ist Peter Tschaikowskys Streichsextett “Souvenir de Florence“ op.70. Entstanden im unmittelbaren Anschluss an seine Oper “Pique Dame“, spiegelt es einen Komponisten wider, der nach intensiver Arbeit in Florenz seine Eindrücke in ein für ihn ungewohntes kammermusikalisches Terrain überträgt. Anfang 1890 verbrachte Tschaikowsky drei Monate in Florenz, wo er sich mit ganzer Energie der Komposition von “Pique Dame“ widmete – die Oper entstand in nur 44 Tagen. Bereits während dieser Zeit begegnete ihm eine Melodie, deren elegischer Charakter die Essenz der Stadt in sich trug. Diese Erinnerung an Florenz wurde als “Souvenir“ zur Keimzelle seines späteren Streichsextetts.
Mit “Souvenir de Florence“ betrat Tschaikowsky kompositorisches Neuland: ein Streichsextett, das klassisch aufgebaut ist und zugleich alle Möglichkeiten der kammermusikalischen Interaktion auslotet. Die reichhaltige Palette an Klangfarben und Ausdrucksmöglichkeiten macht das Werk zu einer wahren Herausforderung – und zugleich zu einer Freude für die ausführenden Musikerinnen und Musiker.
Im zweiten Teil des Konzertes widmet sich das Spohr-Quartett gemeinsam mit Prof. Alexey Stadler – Artist in Residence der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach 2025/26 – dem ersten Streichsextett op. 18 von Johannes Brahms, das ebenfalls auf eine Reise zurückzuführen ist. Brahms stellte das Sextett im Sommer 1860 während einer Rheinreise fertig, unter Mitwirkung seines langjährigen Freundes Joseph Joachim, der ihm mit Rat und Tat zur Seite stand. Als musikalischer Gruß an den Frühling passt das Werk perfekt zu diesjährigen Brahmsfest Meiningen-Altenstein.
Bei Regen findet das Konzert 15 min später in der Friedenskirche Bad Liebenstein statt. Der Zugang zum Theaterplatz unterhalb von Schloss Altenstein ist bedingt barrierefrei.
Foto: Marco Borggreve
Dauer: ca. 2 Stunden

