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  • DER SCHOFAR – DER KLANG DES EWIGEN RUFS

    DER SCHOFAR – DER KLANG DES EWIGEN RUFS

    KAMMERKONZERT BESONDERER ART MIT BAR ZEMACH, JASCHA NEMTSOV und ALEXEJ BARCHEVITCH

    Schofar: Bar Zemach
    Klavier: Jascha Nemtsov
    Violine: Alexej Barchevitch

    Der ewige Ruf, der nie verstummt. Er kann leise oder laut, melancholisch oder kämpferisch sein. Doch in jenem Moment, in dem wir ihm lauschen, wird er zu unserem eigenen. Kaum ein Instrument könnte urtümlicher sein als das Horn. Zunächst als Objekt der Jagd, später der Riten und Zeremonien – sein Klang war Warnung und Verheißung. In der jüdischen Tradition erhebt der Schofar seine Stimme zum Gebet – in einem wortlosen Gesang, wird das Widderhorn zum Medium, ein spirituelles Echo der Sehnsucht nach dem Absoluten. Die körperliche Technik des Schofarblasens, die improvisatorische Gestaltung von Tonhöhen und Pausen sowie die rituelle Einbettung des Instruments demonstrieren, wie Musik im religiösen Kontext funktional, ästhetisch und symbolisch zugleich sein kann. In dieser Unmittelbarkeit liegt eine tiefe Symbolkraft, denn der Schofar wird gewissermaßen zu einem Medium, das nicht nur gehört, sondern vor allem erfahren wird – er spricht den Körper und die Seele unweigerlich an. Theodor W. Adorno hat oftmals betont, dass Musik als Ausdruck von Emotionen und Bedeutungen jenseits sprachlicher Vermittlung funktioniert; der Schofar ist ein archetypisches Beispiel dafür. Jede Tonfolge, jeder Signalton – sei es Teki’a (einzelner, ununterbrochener Ton), Schewarim (drei seufzende Töne), Teru’a (neun bis zwölf sehr kurze Töne, die wie Weinen klingen) oder sei es Teki’a g‘dola (ganz lang gehaltener Ton) – ist nicht nur ein Klangereignis, sondern eine strukturelle Manifestation des “heiligen Moments“.

    Diese Konzerte finden im Rahmen der “Achava Festspiele Thüringen“ statt.

    Dauer der Veranstaltung: 2 Stunden

    Ekhof-Theater,Gotha
    ACHAVA Festspiele Thüringen,Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach
  • Romeo und Julie – Ekhof Festival

    Romeo und Julie – Ekhof Festival

    Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach

    DRAMA MIT GESANG VON GEORG ANTON BENDA

    Auszüge aus dem Drama mit Gesang in drei Akten
    – Konzertante Aufführung –

    250 JAHRE GOTHAER URAUFFÜHUNG
    MUSIK Georg Anton BENDA
    LIBRETTO nach William Shakespeare von Friedrich Wilhelm Gotter

    MUSIKALISCHE LEITUNG Michael Hofstetter
    DRAMATURGISCHE BEGLEITUNG Bettina Bartz
    CHOR Cantus Thuringia
    Es spielt das Barockorchester der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach

    ROMEO
    JULIE N.N
    SPRECHER Thomas Thieme

    “Lieb und Hoffnung! <...> Romeo, ich halte dich. Du hältst mich. Jetzt sind wir glücklich! Lass uns so sterben!“ – Georg Anton Benda, der anno 1750 Hofkapellmeister der Gothaer Hofkapelle wurde, war besonders für seine Melodramen bekannt, die stark vom Rousseau’schen Geist der Aufklärung geprägt waren. Zu diesen gehört auch “Romeo und Julie“, die allererste musikalische Umsetzung von Shakespeares Drama überhaupt. Das melodramatische Singspiel wurde am 25. September 1776 in Gotha, dem heutigen “Ekhof-Theater“, uraufgeführt. Obwohl der Leipziger Verlag das Werk auf dem Titelblatt als “Oper“ bezeichnete, entwickelte sich das sogenannte “Drama mit Gesang“ bis ins 19. Jahrhundert hinein zu einem der populärsten Stücke seiner Art. Die auffällig virtuosen Solopartien trugen sicherlich zu diesem Erfolg bei. Selbst Wolfgang Amadeus Mozart soll von “Romeo und Julie“ beeindruckt gewesen sein. Anders als in Shakespeares Tragödie endet das Werk mit einem “Happy End“. Dies bedeutete ein Wagnis für Benda, doch der Librettist Friedrich Wilhelm Gotter erkannte die Möglichkeiten des gattungsspezifischen Fortschritts. Mit “Romeo und Julie“ gelang Benda eine besonders feinsinnige musikalische Umsetzung der ansonsten tragischen Liebesgeschichte. Das Werk zeichnet sich durch gefühlvolle Melodik, lebendige Charakterisierung und die Betonung der inneren Konflikte der Figuren aus. Dabei nutzte Benda die Möglichkeiten der Instrumentation, um Stimmungen wie Liebe, Verzweiflung und Spannung zu verstärken, und legte großen Wert auf die musikalische Darstellung psychologischer Nuancen.

    Diese Aufführung findet statt im Rahmen von: Güldener Herbst – Festival Alter Musik Thüringen

    Dauer der Veranstaltung: 2 Stunden

    Ekhof-Theater,Gotha
    Ekhoftheater Gotha.,Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach