IN MILLE GIUSE AMOR SA FAR MISERO UN COR

Termin:
Samstag, 6. Oktober 2018
Beginn: 16:00 Uhr
Einlass: 15:30 Uhr

Evangelische Sankt Petri Kirche
Menantesstraße 3
99869 Drei Gleichen
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Beschreibung

20. Festival Alter Musik in Thüringen - Güldener Herbst 2018


»In mille guise amor sa far misero un cor« - Italienische Kantaten und Lamentationen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, Ausgrabungen aus den Archiven Sondershausen und Meiningen
Ensemble tesori della musica, Leitung: Julia Kirchner - Sopran
Den großen Thüringer Archivbeständen an deutschen und italienischen Kammerkantaten, die sich im Schlossmuseum Sondershausen und in der Anton-Ulrich-Notensammlung in Meiningen erhalten haben, widmet sich die Sopranistin Julia Kirchner mit ihrem Ensemble tesori della musica. Unter dem Motto »In mille guise amor sa far misero un cor« (In tausend Gestalten weiß Amor ein Herz unglücklich zu machen) wird eine Auswahl klein besetzter Vokalwerke u. a. von Antonio Caldara, Tommasi Bernardo Gaffi und Giuseppe Maria Orlandini erklingen. Dieses Programm zeigt die weltliche Seite der Klage und des damit verbundenen, vielleicht irrealen Trostes, hinreißend erschütternde Klagen, Ausdruck verzweifelter unerfüllter Sehnsüchte. Gleichzeitig wird das Augenmerk auf die stilistischen Einflüsse Italiens in Mitteldeutschland in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gelegt.
Dem Konzert in der St. Petri-Kirche Wandersleben geht der Hauptvortrag des Festivals »Lamentatio und Consolatio« von Prof. Dr. Helen Geyer in der Menantes-Literaturgedenkstätte voraus. Zwischen Vortrag und Konzert wartet im Pfarrhof eine Kaffeetafel auf Sie!

Vorprogramm, 14:00 Uhr
Wandersleben, Menantes-Literaturgedenkstätte
VORTRAG
»Lamentatio und Consolatio«
Prof. Dr. Helen Geyer

Die beiden Antipoden Trost und Klage bestimmten Kunst und Empfinden seit altersher. Sei es in der Poesie, sei es in der Musik, sei es als Reaktion auf Politik, Kriegs-Verlust, Tod und Gewinn, sei es als Hoffnung oder Verzweiflung.
1618, zum Ausbruch des 30jährigen Krieges, dessen Folgen überhaupt nicht voraussehbar waren und der gerade für Mitteldeutschland unvorstellbare Leiden mit sich brachte, entstanden in Folge sowohl aus privaten Gründen, aber auch als Reaktion auf den erschreckenden Niedergang jeglicher kultureller Möglichkeiten entsprechende, auch tröstende musikalische Werke; zu erinnern ist an Heinrich Schütz. In der Liebe bildeten Trost und Klage ein eng verknüpftes Paar seit den italienischen Epen eines Pastor Fido und den mit dieser Dichtung als antike Rezeption verknüpften arkadischen Vorstellungen. In kleinen Formen, in Kantaten, als ausgelösten Arien aus Opern, in Nachdichtungen und in Adaptionen wurde entweder gezürnt oder man verging vor Sehnsucht. Die Thüringer Archive und Bibliotheken waren und sind zum Teil noch gefüllt von Liebesschmerz, Liebeshoffnung, frechen Reaktionen: eine heiter- beschauliche, auch traurige virtuelle Welt ersteht in jenen Dichtungen, in jener Musik, die einen kammermusikalischen intimen Charakter trägt und ein gewisses Fluchtpotential aus einer sehr strengen, formellen und reglementierten Realität bot. Zugleich konnte man sich bilden, musikalisch üben und lernte das Neueste, das Beste aus anderen Landen kennen, als Vorlage für eigene Produktion, als Idee eines weiten Schweifens in ferne Sehnsuchts-Lande. Diesen Phänomenen und manchen wenig bekannten Schätzen wird der Vortrag nachspüren, mit klingenden Beispielen.

ab 15,00 €
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Veranstaltungsinformationen
Z0R0153031677#1 | 22076
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